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Weihnachtszeit und Silvester

Bericht von Sophie

Mittlerweile ist es Mitte Januar und sowohl die Weihnachtszeit als auch Silvester liegen bereits hinter mir. Dabei blicke ich dieses Jahr jedoch auf keine Weihnachtsmarktbesuche und auch auf keine Lebkuchen mit Aprikosenfüllung zurück. Meine Adventszeit in der Dominikanischen Republik sah ein wenig anders aus.
Zunächst einmal fing alles bereits Ende September an, als ich das erste mal „Last Christmas“ im Supermarkt hörte. Ab Anfang Oktober kam dann auch die passende Hausdekoration dazu. In diesem Punkt leben sich viele Dominikaner*innen sehr aus und dekorieren ihre Häuser vor allem von außen mit zahlreichem Weihnachtsschmuck. Nie zuvor habe ich so viele bunt leuchtende Lichter in Form von Tannenbäumen, Schneeflocken oder Santa Claus gesehen. Auch wenn es wegen des heißen Klimas bei mir nicht für die bekannte Weihnachtsstimmung gesorgt hat, so hat dies trotzdem eine sehr schöne Atmosphäre gezaubert. Mit wie viel Mühe und Feinarbeit einige Menschen ihr zuhause verziert haben, entlockte mir wirklich das ein oder andere mal ein beeindrucktes Stöhnen. Am ersten Dezember war es jedoch zunächst ein etwas merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass nun tatsächlich die Adventszeit begonnen hat und dies so ganz ohne Adventskalender, Kerzen und das allumfassende Gefühl der Besinnlichkeit. Ein Stück Heimat holten Imke und ich uns allerdings trotzdem mithilfe von selbstgemachten Plätzchen und den top Weihnachtshits hierher. An sich geschah im Advent zunächst nichts außergewöhnliches. Typische Süßigkeiten für diese Zeit gibt es hier nicht wirklich viele, außer „Turrón“, ein ganz harter Riegel aus Mandeln und Zucker oder „Panettone“, ein italienischer Kuchen mit Trockenfrüchten. Hin und wieder gab es einige kleine Orchester, die mit Musik durch die Straßen gezogen sind (auch morgens um 5 Uhr!) und viele private Weihnachtsfeiern. So nahm ich an einem Abendessen meiner Gemeinde der Jugendlichen teil, für das wir zuvor bereits fleißig Dekoration gebastelt hatten. Auch in unserer Nachbarschaft wurde kräftig zusammen gefeiert und natürlich wieder viel Merengue und Bachata getanzt. Insgesamt war die Stimmung hier im Dezember sehr feierlich.
Am 24. Dezember fand dann wie gewohnt Heilig Abend statt. Dazu hatten Imke und ich die Ehre das Festessen für unsere Familie zuzubereiten, alles deutsche Speisen und darüber hinaus sogar vegan. Geschmeckt hat es glücklicherweise allen sehr gut. Gemeinsam gingen wir anschließend in die Messe, welche für uns unerwartet leer war und schlossen dort den Tag bei einer einer friedlichen Atmosphäre in Gedanken an die Geburt Jesus ab. Am darauffolgenden Tag lud unsere Gastmutter ihre ganze Familie zu uns nach Hause ein und es gab ein großes Mittagessen, diesmal jedoch mit eher typischen Speisen dieses Landes wie Reis mit Bohnen, Avocado, Wurzelgemüse wie Yuca oder Yautia morada und Schweinefleisch. So endete an diesem Tag das lang erwartete Weihnachtsfest, welches sich für mich wirklich schön und familiär anfühlte. Gleichzeitig konnte ich nach dieser Zeit auch tief aufatmen, denn ebenfalls meine Sehnsucht nach den geliebten Menschen in Deutschland mit all den bekannten Traditionen war in diesen Wochen stärker. Daher bin ich sehr dankbar für das Erlebte und freue mich zugleich darauf, das nächste Jahr wieder im gewohnten Rahmen den Advent zu genießen.
Nach all diesen intensiven Gefühlen hieß es für uns eine Woche Strandurlaub. So fuhren wir beide gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen, mit der wir schon quasi ein richtiges Trio bilden, in den Norden nach Las Galeras, ein sehr kleines touristisches Örtchen in ein noch kleineres, süßes Hostel. Nach drei Nächten zogen wir jedoch weiter nach Las Terrenas, wo wir uns bereits auskannten. Diese Stadt stellt bislang meinen Lieblingsort in der Dom Rep dar und dort konnten wir drei gut zur Ruhe kommen. Silvester selbst feierten wir in einigen Clubs, welche direkt am Strand liegen. Nachts am ersten Januar im Sand stehend auf das Meeresrauschen zu blicken, war für mich noch einmal ein sehr berührender Moment, der mir erneut ins Bewusstsein gerufen hat, welches Glück ich tatsächlich habe, hier sein zu dürfen.
Als Abschluss dieser ganzen Erlebnisse fand zurück in San Cristóbal am fünften Januar meine Geburtstagsfeier statt. Mit viel Mühe und Liebe haben mir meine beiden Mitfreiwilligen einen wunderschönen Tag beschert, an dem natürlich kein dominikanischer Kuchen mit ganz viel zuckriger Creme am nahegelegen Stadtstrand fehlen durfte.
Fotos zu allem findet ihr auf unserer Instagram Seite. Bis zum 29. Januar heißt es jetzt noch abwarten und dann beginnt schon unsere große Reise nach Mexiko zu den anderen Freiwilligen des Bistum Münsters mit abschließendem Zwischenseminar.

Bis dann und wie immer karibische Grüße,
Sophie

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